Emotion Magazin – Interview mit Tiefgang

 

Mein Handy vibriert auf meinem Schreibtisch und die Vorschau zeigt mir die Betreffzeile der Email an: „Interview Anfrage vom Emotion Magazin

Sehr geehrte Frau Clemens, mein Name ist Kathrin Halfwassen, ich bin freie Journalistin und schreibe unter anderem für das Emotion Magazin. Die Redaktion der „Emotion“ hat mir Ihren Kontakt weitergeleitet… …Aus diesem Grund wollte ich einmal nachfragen, ob Sie sich vorstellen könnten, mir in der nächsten Zeit ein Interview zu Ihren Erfahrungen zu geben?  “

Nach kurzem Herzrasen und verwirrten Gedanken wurde mir schlagartig klar, dass es genau das ist was ich mit meinem Blog erreichen möchte. Ich möchte anderen Betroffenen Mut machen sich nicht zu verstecken und aus dem Schatten der Angst heraus zu treten um endlich wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Nach zwei Emails und einem Telefonat mit Kathrin Halfwassen stand der Termin fest.

Am Abend vorher war ich total nervös und aufgeregt. Ich werde ja schließlich nicht jeden Tag interviewt. Trotz der Aufregung freute ich mich auf den kommenden Tag.

Am nächsten morgen schlug ich die Augen auf und ich merkte sofort dass etwas nicht stimmt mit mir. Mein Schatz stand in der Küche und machte mir wie jeden morgen Kaffee. Vor meinem inneren Auge spielten sich Bilder ab, die ich eigentlich hoffte längst für immer gelöscht zu haben.

„Schatz, wir sind kinderlos“ sagte er, völlig ahnungslos was gerade in meinem Kopf vorging, mit einem zweideutigen Unterton in seiner Stimme.

Ich konnte nur noch kurz antworten dass die Bilder in meinem Kopf gerade gar nicht dazu passen, bevor ich in Tränen ausbrach.

Die Tränen liefen unaufhörlich und mein Schatz nahm mich hilflos in die Arme und versuchte mich zu trösten. Was sollte er auch schon tun in dieser Situation. Nach einer gefühlten Ewigkeit beruhigte ich mich etwas und ging runter um zu Duschen.

Gefühlte 2 Stunden stand ich unter der Dusche und versuchte diese ekelhaften Bilder vor meinen Augen von mir zu waschen. Nicht die Erinnerung an die körperlichen Schmerzen tat weh, sondern die Erinnerung an dieses Gefühl der Demütigung, der Erniedrigung und den Ekel den man spürt wenn man vergewaltigt wird.

Am ganzen Körper zitternd ging ich nach oben zu meinem Traummann. Schockiert und fassungslos mich so zu sehen, hielt er mich fest und versuchte mich zu beruhigen. Seine Hilflosigkeit wich einer unsagbaren Wut auf den Menschen, der mir derartiges angetan hatte. Und ich…ich war entsetzt über mich selber, denn ich hatte bis zu diesem Morgen überhaupt keine Ahnung wie tief die Wunden waren und wie präsent sie noch waren.

Nach einer Ewigkeit schaffte er es mich zu beruhigen und half mir dabei mich fertig zu machen. Wir besorgten noch ein paar Dinge und dann war es soweit, Kathrin Halfwassen vom Bahnhof abzuholen.

Immer noch ganz nah am Wasser gebaut, war ich total erleichtert, dass Kathrin super nett war. Im Auto ein wenig Smalltalk und zu Hause angekommen waren wir per DU.

Sie überließ mir die Entscheidung ob wir sofort loslegen oder noch etwas warten.

Wir gingen rein und Kathrin stellte mir die erste Frage. Und wieder rollte die Lawine der Emotionen los. Kathrin brauchte keine Fragen zu stellen. Ich redete und redete und weinte so unglaublich viel. Da ich an diesem Tag auch noch ein Fotoshooting hatte, war der Fotograf schon da. Er fotografierte auch während des Interviews. Wenn ich mir die Bilder anschaue, schnürt es mir die Kehle zu, denn ich sehe mich in purer Verzweiflung, die Qualen der Hölle der Vergangenheit noch einmal durchlebend.

Und dennoch ist der Stolz den ich spüre viel stärker als der Schmerz der Erinnerung.

Ich bin mutig und ich bin stark und ich hoffe, dass diesen Artikel im Emotion Magazin, ganz viele Menschen lesen und mit mir gemeinsam gegen diese widerlichen, kleinen, machtgeilen Pisser kämpfen!

Es wäre toll wenn ich durch diesen Artikel und natürlich auch durch meinen Blog, für mein Vorhaben ganz viele Unterstützer finden  würde.

 

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